Pleven

Zeitzeugen-Workshop am 10.05.2021

Schreib-Werkstatt

Essay „Demokratie in der Krise? In meiner Stadt, in meinem Land, in Europa”

Аutor: Konstantin Ventseslavov Dimitrov, 14 Jahre, Klasse: VIII
Schule: Nationale Hochschule für Naturwissenschaften und Mathematik “Acad. L. Chakalov “, Sofia Wissenschaftliche Beraterin: Frau Krassimira Atanasova-Ivanova

Was ist Demokratie und was bedeutet sie für uns? Die Antwort variiert, je nachdem, wo wir uns befinden. In einigen Teilen der Welt ist es nur ein Traum von Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit und liberalen Werten, aber in anderen, wie Bulgarien, ist es eine Lebensweise, die wir als selbstverständlich betrachten, die uns jedoch langsam wieder genommen wird. Alles will Pflege, Schutz und Zeit, um fortzubestehen und sich zu entwickeln, und wenn es diese nicht erhält und als unveränderliche Realität akzeptiert wird, gerät es in Verfall und Krise. Leider hat die Gesellschaft zugelassen, dass dies der Demokratie passiert, aber es ist höchste Zeit, dass wir sie wiederbeleben.

Fangen wir damit an, was Demokratie ist. Auf unterschiedliche Weise interpretiert, ist es im Allgemeinen Freiheit – der Rede, des Handelns, der Wahl, des Lebens. Der offizielle Begriff, den wir verwenden, um es zu definieren, ist “eine Regierungsform, bei der die Staatsmacht vom Volk kommt” Fangen wir damit an, was Demokratie ist. Auf unterschiedliche Weise interpretiert, ist sie im Allgemeinen Freiheit – der Rede, des Handelns, der Wahl, des Lebens. Der offizielle Begriff, den wir verwenden, um es zu definieren, ist “eine Regierungsform, bei der die Staatsmacht vom Volk kommt”. Die Demokratie ist Recht, aber sie braucht Wächter, die mit Kritik, Unnachgiebigkeit und Freiheit bewaffnet sind. Die Demokratie braucht uns, wie wir sie brauchen, um unsere Würde und unsere Rechte zu wahren.

Laut der englischen Zeitschrift „The Economist“, war 2020 katastrophal für Weltdemokratie. Eine Reihe von Bürgerrechten und menschlichen Freiheiten wurden bei den Versuchen, die COVID– 19-Pandemie auf der ganzen Welt zu kontrollieren, vernachlässigt.(1) Obwohl die Worte von Albert Camus “Demokratie ist nicht das Gesetz der Mehrheit, sondern der Schutz der Minderheit” (2), die der ewige Wahlspruch der Demokratie sind, sind sie im vergangenen Jahr offenbar in Vergessenheit geraten, trotz Aufforderungen des Europarats, der nachdrücklich und unmissverständlich erklärt, dass der Schutz der bürgerlichen Freiheiten nicht weniger wichtig ist als der ihres Lebens.(3) Wir können uns jedoch nicht allein mit der COVIDKrise die Hände für den Zustands der europäischen Demokratie waschen, denn es ist nicht ihre Schuld, sondern unsere. Das zeigt auch die Statistik des Reports „Freiheit in der Welt 2018“, der besagt, dass im 2017 der alte Kontinent in eine seit zehn Jahren ungesehene Krise gerät, die bis heute andauert.(4)

In Bulgarien hat sich längst die defekte Demokratie angesiedelt, die als Pandemie die EUMitgliedsstaaten „krank“ gemacht hat. Laut der oben erwähnten Studie von The Economist (1) steht unser Land auf Platz 52 (von 167 Ländern), und der Grund dafür ist nicht nur der 30-jährige Übergang zu einer kapitalistischen Wirtschaft, sondern auch die Stagnation der demokratischen Entwicklung in den letzten 14 Jahren.(5) Die politische Krise, die Unsicherheit bei Gesundheitsmaßnahmen und viele andere wichtige Faktoren tragen zu dieser unglücklichen Einschätzung bei. Sie kann mit Hilfe gravierender Veränderungen in der Politik des Landes geändert werden – etwas, das wir nicht erwarten können, dass es von selbst kommt, aber wir müssen es durch die Methoden eines demokratischen Rechtsstaates, durch bürgerliche Beteiligung am politischen Leben Bulgariens erreichen.

Redefreiheit und Menschenrechte gehören zu den wichtigsten “Stolpersteine” der Demokratie in unserem Land, aber auch in anderen europäischen Ländern. Das Zentrum für Demokratieforschung führt eine Umfrage unter den Bulgaren zu ihrer Meinung zur Lage im Land durch. (6) Die Ergebnisse sind traurig, so schwierig diese Aussage auch klingen mag. 59% unserer Mitbürger denken, dass sich, egal welche politische Kraft an der Macht ist, nichts ändern wird. Über 3⁄4 der Gesellschaft glaubt, dass die Oligarchen die Agenda im Land bestimmen. Mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, dass die Medien in unserem Land nicht frei sind. Hinzu kommt, dass der Autoritarismus auf dem Vormarsch ist und Bulgariens demokratische Zukunft ernsthaft in Frage gestellt wird. Eine Frage, deren Antwort in den Händen der Bürger liegt.

Demokratie ist die Herrschaft des Volkes durch das Volk für das Volk.“ (7) ist ein bemerkenswertes Zitat von Abraham Lincoln, der uns zeitlos zeigt, wie wichtig die Demokratie heute ist. Wir sollen unsere Rechte und Prinzipien verteidigen, um die Freiheit zu bewahren, die uns die Möglichkeit gibt, zu wählen, ob wir den Weg des Totalitarismus oder den einer liberalen, gerechten Zukunft gehen wollen.

Essay: Demokratie in Krise?
Erstellt von: Valentina Svetoslavova Savova, Veliko Tarnovo, 16 Jahre alt,
Gymnasium für Naturwissenschaften und Mathematik “Vasil Drumev” 10. G Klasse, Profil “Naturwissenschaften”

Wenn sich jeder die Welt vorstellen könnte, in der er leben möchte, was würden sie wählen? Welche Pflichten und Rechte möchten sie in dem Land haben, in dem sie leben? Was ist, wenn dieser Gedanke von ihnen Wirklichkeit wird? Nein, warten sie, dann würden sie nicht nur Staatsbürger, weil es zu einfach wäre, sondern wenn sie dieses Land führen würden? Demokratie ist jeder solche Gedanke jeder einzelnen Person des Volkes in einem Land. Es ist der Weg für den normalen Bürger, seine Gedanken laut auszudrücken und sie zu verwirklichen.

Aber warum, nachdem wir diese Gedanken- und Redefreiheit haben, erreichen wir die Demokratie nicht, die sich jeder von uns wünscht. Warum werden unsere Gedanken nicht gehört? Liegt es daran, dass wir sie nicht laut genug und überzeugend aussprechen? Warum bringt uns diese Demokratie, die wir gewählt und so sehr gewollt haben, kein Glück? Was ist mit ihr passiert? Ist sie so verwirrt wie wir in unseren Gedanken? Wir haben es vielleicht in eine Krise geraten lassen, aber wie bekommen wir sie zurück?

Im 21. Jahrhundert haben wir die Demokratie erreicht. Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Freiheit in all ihren Aspekten und vieles mehr, wovon unsere Vorfahren nur träumten, aber wie kam es zur Krise? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Die Schaffung der Demokratie dient dem Zweck, dem einfachen Mann Macht zu verleihen. Er genau hat die Gleichheit und Freiheit gewonnen, die wir heute haben, aber er hat die demokratische Krise zugelassen. Und der gemeine Mann bin ich, du und alle, die das zugelassen haben. Wir sind die einzigen Schuldigen und wir können andere nicht für unsere Fehler verantwortlich machen. Wir Menschen sind unvollkommene Wesen, und wenn unsere Stimme öffentlich wird, vergessen wir oft unsere Gedanken, die wir am Anfang hatten. Unsere Gedanken sind verwirrt, von Umständen und Menschen bedrängt, und die Entscheidungen, die in einem solchen Moment getroffen werden, können nicht nur für uns als Einzelpersonen, sondern für eine ganze Nation katastrophal sein. Wir sind auch ziemlich narzisstische Wesen und um Anerkennung zu suchen, können wir etwas ablehnen oder eines auswählen, das nicht immer am besten geeignet ist. Wir sind selbst in diese Krise gekommen, weil wir Fehler gemacht haben, aber niemand ist sündlos und nach dem Regen geht die Sonne wieder auf. Niemand hat jedoch gesagt, dass es einfach ist, und der Kampf ist erbittert. Wir sollen uns unseren Dmonen und den aller anderen gleichzeitig entgegenstellen. Dazu müssen wir lernen, uns selbst zu analysieren, kritisch zu denken, auf Erfahrungen aufzubauen und vor allem an den Anfang zurückzukehren und uns zu fragen: “In welchem Land möchte ich leben?.

Wenn wir immer noch von einer Rückkehr zur Demokratie träumen, müssen wir zunächst einmal wissen, was wir in diesem Land, von dem wir träumen, haben wollen, was der zukünftige Wohlstand dessen ist, was wir wollen, wie es erreicht wird und welchen “Preis zu zahlen ist“. Es ist nicht richtig zu erwarten und zu wollen, ohne zu begreifen, dass, ohne einen Teil von uns für diesen demokratischen Staat gegeben zu haben, zu erwarten ist, dass er uns jeden Wunsch erfüllt

Schauen wir uns um. Es gibt so viele Menschen um uns herum, die Demokratie wollen, aber die ist diejenige, die in unseren eigenen Gedanken und Träumen ist, und wir Menschen sind unterschiedlich in Alter, Geschlecht und Interessen. Wir Menschen sind egoistisch. Wir schaffen es selten, mit unseren eigenen Anforderungen und der Ordnung unserer Gedanken umzugehen, und was bleibt, über die Ideen aller anderen Menschen nachzudenken. Ja, einige unserer Vorstellungen von dieser “perfekten Welt” mögen mit denen anderer übereinstimmen, aber es ist nicht möglich, dass es alle sind, und ein demokratischer Staat soll all diese Träume der Menschen darin vereinen. Erscheint ihnen das nicht unmöglich.

Ja, das ist meiner Meinung nach unmglich, aber deshalb sollten all diese Meinungen und Gedanken zusammengefasst werden und anstatt heute das Glck jedes einzelnen Menschen zu suchen und jeder an eigener Seite zu ziehen, sollten wir zurückweichen und in größerem Maßstab suchen.

Betrachten wir alles als Filmstreifen. Lass uns aus dem Rahmen des Helden herauskomme und Regisseur werden, dessen Ziel ist, nicht nur seinen Film zu mögen, sondern stolz darauf zu sein, dass er trotz der Schwierigkeiten und Fehler, die er gemacht hat, nicht aufgegeben hat und seinen Prinzipien treu geblieben ist. Lass die Demokratie heute in der Krise sein, denn morgen werden wir Menschen wieder kämpfen und ihren Aufstieg erreichen.

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